Talentmanagement – Talente richtig einsetzen

Cogito ergo sum. Ich denke, also bin ich?

 

So einfach ist es im Leben leider nicht. Mir wurden nicht alle Fähigkeiten von Gott gegeben oder in die Wiege gelegt. Viele Dinge musste ich mir erst einmal erarbeiten. Und ich denke so geht es vielen. Häufig sind einem die eigenen Talente gar nicht bewusst. Viele Fähigkeiten muss man sich aneignen. Selbst sprachbegabte Menschen lernen neue Sprachen ja nicht über Nacht. Auch da gilt es erstmal: Vokabeln und Grammatik pauken.

 

Das Erlernen einer neuen Sprache macht auch deutlich, worauf es eigentlich ankommt: das Ziel. Wenn ich etwas erreichen will, dann brauche ich ein klares Ziel vor Augen. Und dabei ist es ja egal, ob es um meine Japanisch-Fähigkeiten geht oder darum, meine betriebswirtschaftlichen oder planerischen Fähigkeiten zu optimieren.

 

Natürlich ist auch der Weg zum Ziel entscheidend. Mir war es immer wichtig, mich und meine Talente selbst zu hinterfragen und zu analysieren. Nur so kann ich meine eigenen Talente richtig einsetzen und meine Schwachstellen aktiv angehen.

 

Auf den ersten Blick scheint das Beispiel Sprache vielleicht etwas zu banal. Entweder ich kann Japanisch sprechen oder eben nicht. Aber auch eine Sprache besteht aus viel mehr Faktoren als die bloße Verständigung. Wie ist es mit der Aussprache? Beherrsche ich die Kalligraphie? Muss ich noch an meinem Vokabular feilen? Und verstehe ich auch unterschiedliche Dialekte?

 

Auch im Berufsleben gibt es Talente, die ich tagtäglich einsetze. Andere Fähigkeiten wiederum könnte ich jeden Tag benötigen, müsste sie mir aber erst erarbeiten. Warum sich nicht letztere aneignen und sich so jeden Arbeitstag erleichtern?

 

Zu meinen größten Talenten zählt das Planen und Analysieren. Darum fällt es mir vielleicht auch leichter, mich stetig zu reflektieren und an meinen Baustellen aktiv zu arbeiten. Baustellen gilt es schließlich fertigzustellen.

 

Als langjähriger Bau-Investor weiß ich, wovon ich rede.

Risikobetrachtung

Jeder Unternehmer sollte sich die Frage stellen: Welchen Mehrwert kann ich bei jemandem anderen generieren durch meine Talente und mein Können?

 

Voraussetzung ist, dass der Gegenüber mich als Unternehmer, als Person interessant einstuft. Daraus kann man den Rückschluss ziehen, welche Unternehmen ich als Investor suche. Doch wie gehe ich vor, wenn ich ein Unternehmen gefunden oder das Unternehmen mich gefunden hat?

 

Elementar ist eine intensive Risikobetrachtung: Ich schaue mir nüchtern alle Daten und Fakten an, sammle diese, die negativen wie die positiven. Der größte Fehler ist es, den negativen keine Bedeutung zu schenken, weil das Interesse an dem Unternehmen, dem Produkt schon zu groß ist. Anschließend folgt die richtige Bewertung der Fakten. Nicht jeder negative Fakt muss auch in Zukunft negativ sein. Kann ich diesen in einen positiven umwandeln? Durch meine Ideen? Mein Aufschlüsseln?

 

Und genauso kann sich ein positiver Aspekt dauerhaft als Minusgeschäft darstellen. Auch hier gilt zu betrachten, wie in diesem Falle zu handeln ist. Erst durch das Bewusstmachen der Fakten kann ich diese bewerten und eliminieren. In meinen Augen falsch ist die Abwälzung des Problems auf andere Personen, da somit das Problem nur verlagert und nicht eliminiert wird.

Groß denken/Visionen haben

Warum wird man eigentlich Unternehmer? Wieso entscheiden sich Menschen ganz bewusst für die Selbstständigkeit? Was macht einen guten Unternehmer aus? Was ist der sogenannte Unternehmergeist?

 

Ein zentraler Grund ist sicherlich das Thema „Freiheit“. Unternehmer wollen ihr eigener Chef sein. Ihre eigenen Ideen umsetzen. Sich selbst verwirklichen. Damit das aber funktioniert, braucht man Visionen. Alles beginnt mit einer Idee und von da an muss ein Unternehmer „groß denken“. „Think big“, wie der Amerikaner sagt. Und das in jeglicher Hinsicht.

 

Im Grunde genommen darf und muss man einfach wieder Kind sein. Träumen. Die eigenen Grenzen ausloten und diese immer wieder neu durchbrechen. Hinter dem Horizont geht es nämlich wirklich weiter. Das wissen wir nicht erst seit Udo Lindenberg. Wir müssen einfach nur nach vorne schauen.

 

Vielen Unternehmern ist das aber leider nicht mehr bewusst. Das Tagesgeschäft reibt sie auf und lässt häufig keinen kreativen Spielraum zu. Das Resultat: Der eigentliche Unternehmergeist oder Spirit bleibt auf der Strecke. Viele Unternehmen sind daran schon zu Grunde gegangen. Die Visionen, durch die sie einmal entstanden, sind nicht mehr existent.

 

Ich ziehe mich manchmal ganz bewusst aus dem Tagesgeschäft zurück und nehme mir Auszeiten, um groß zu denken, nach vorn zu schauen, Ideen und Visionen zu entwickeln. Das hilft mir ungemein. Nur dann kann ich klar sehen.

 

Ein klarer Kopf, um groß zu denken!

 

Mutige Entscheidungen

„Was wäre das Leben, hätten wir nicht den Mut, etwas zu riskieren?“, fragte schon Vincent van Gogh.

 

Wahrscheinlich kommen wir alle irgendwann mal an den Punkt, an dem wir uns mit dieser Frage beschäftigen. Auch ich habe mir diese Frage gestellt. Ich wollte Dinge verändern, andere Wege gehen und andere Entscheidungen treffen. Das Geschäftsleben ist von nackten Zahlen und Gewinnen bestimmt. In meiner beruflichen Karriere wurde mir das immer deutlicher.

 

Ich fragte mich, willst du das? Musst du das so akzeptieren? Warum kannst du das nicht einfach anders machen? Ich stellte mir die Frage, welche Geschäfte erfüllen dich wirklich? Welche Werte sind dir wichtig? Ich wollte meine Geschäftsbeziehungen selbst bestimmen. Ich wollte Offenheit, Partnerschaftlichkeit und Kommunikation auf Augenhöhe. Mir wurde klar, eine Selbstständigkeit ist unausweichlich.  Ich musste mich nur noch ganz bewusst dafür entscheiden.

 

Heute habe ich die Freiheit, Geschäftsbeziehungen anders anzugehen und ein generelles Umdenken zu bewirken. Viele Geschäftspartner schauen mich aufgrund meiner Offenheit erst einmal verwundert an, weil sie befürchten, es gäbe irgendeinen Haken. Sie sind gefangen in den starren und oberflächlichen Konventionen der Geschäftswelt.  Das zeigt, wo wir uns alle hinbewegen. Jeder misstraut dem anderen. Das ist doch absurd.

 

Aber nur WIR selbst können das verändern. Es erfordert einfach den Mut, Geschäfte transparenter und gemeinschaftlicher anzugehen. Viele Partner würden gerne ähnlich agieren wie ich. Leider ist vielen gar nicht bewusst, dass man es überhaupt so machen kann.

Beziehungsmanagement

Wie regeln wir unsere Beziehungen?

 

Wie gehen wir mit Menschen im privaten Umfeld, im Geschäftsleben und im Alltag um? Wie definieren wir unseren Status und das Verhältnis zu anderen Menschen? Viele Fragen, die sich aber nur die wenigsten Menschen stellen. Ich habe irgendwann in meiner Karriere angefangen, mir genau diese Fragen zu beantworten. Wie stehe ich eigentlich zu meinen oder zu potenziellen Partnern?

 

Und zu deren Mitarbeitern, mit denen ich mehrmals täglich telefoniere? Oder wie ist das Verhältnis zu meinem Kundenbetreuer? Wer ist mir persönlich am nächsten? Mit wem komme ich am besten klar? Mit wem habe ich am liebsten Kontakt? Und was sind die daraus entstehenden Resultate? Viele Entscheidungen treffen wir intuitiv, dennoch sind wir auch in festgelegten Rollen unterwegs und verfallen in angelernte Muster. Diese immer wiederkehrenden Verhaltensweisen hinterfrage ich immer wieder und komme dabei zu sehr spannenden Ergebnissen.

 

Nicht nur über mich lerne ich vieles, auch über meine Gegenüber und die Beziehungen zu genau diesen Menschen. Im Laufe der Zeit habe ich gewisse Cluster entwickelt, wie ich mit welcher Art von Beziehung umgehen möchte, wer mir wichtig ist, welcher Kontakt effektiv und woran ich am meisten Spaß habe. Diese Einteilung macht vieles für mich einfacher, klarer, vorhersehbarer und erspart viel Zeit. Aber dennoch ist das natürlich kein starres System, sondern wir alle verändern uns und unser Verhalten stetig, und so verschieben sich auch die Beziehungen untereinander.

 

ABER: Eine grundsätzliche und ganz bewusste Analyse und Einordnung der eigenen Beziehungen kann ich aus meiner Erfahrung heraus nur empfehlen. Ganz wichtig dabei ist es natürlich, Dinge stets zu hinterfragen. Denn wie auch alles andere sind Beziehungen stets im Wandel.

Problembehandlung – mal anders

Jeder Mensch hat eine eigene Herangehensweise bei Problembewältigung, sei es im Privaten oder im Beruf. Doch meist lassen sich gängige Muster einzelner Verhaltenstypen erkennen.

 

Genau diese durchbreche ich regelmäßig und ernte dabei Reaktionen wie Kopfschütteln, Sprachlosigkeit, Freude, Respekt oder Dank. So habe ich schon unzählige kleine und größere Probleme gelöst. Einen der wichtigsten Faktoren dabei bildet meiner Meinung nach die Wahrheit und das direkte Gespräch, face to face. Dies betrifft zumindest Konflikte zwischen Menschen, Mietparteien oder ähnlichen Konstellationen. Aber auch im geschäftlichen Umfeld wende ich eine solche Herangehensweise an.

 

Woran liegt es, wenn es einem Unternehmen nicht gut geht, gewisse Abläufe nicht funktionieren, der Umsatz sinkt? Zuerst spreche ich mit allen Betroffenen, das heißt vom Geschäftsführer über die Verwaltung, die Arbeiter und den Vertrieb bis zu den Partnern und Kunden. Erst aus diesen vielen Meinungen kann ich mir ein umfassendes Bild zum Unternehmen, den Produkten und der Außenwirkung machen. Daraus ziehe ich viel mehr Informationen, als einfach nur die reinen Zahlen zu betrachten.

 

Außerdem bringt es mich auch zu ganz anderen Entscheidungen, als etwa nur nach Zahlen Arbeitsplätze abzubauen, um Bilanzen zu verbessern. Ich löse Probleme, indem ich zum Kern vordringe und diese an der Wurzel packe. Dafür ist mir kein Weg zu weit – egal ob dieser mal schwieriger und langwieriger ist oder auch mal ganz schnell und einfach. Wie auch immer: Bis jetzt führte dieser Ansatz stets zu einer Lösung, die alle Seiten zufriedenstellt.

 

Der wirtschaftliche Erfolg gibt mir recht.